Kollege oder große Liebe? – 10 Tipps für die Beziehung im Büro

Es ist der Ort, an dem wir die meiste Zeit des Tages verbringen, Unmengen an Kaffee trinken und uns die Köpfe über neue Strategien für knifflige Aufgaben zerbrechen: Der Arbeitsplatz, das Büro, die Firma. Und gar nicht so wenige Menschen treffen an diesem Ort sogar die große Liebe.

Die Liebe am Arbeitsplatz ist keine Seltenheit

Wenn die Kollegin, die üblicherweise mit einem mürrischen Gesicht und einem Dauergähnen auf ihrem Schreibtischstuhl hängt, plötzlich mit leuchtenden Augen und einem verträumten Lächeln auf dem Gesicht im Büro sitzt und auch gerne ein paar Minuten länger bleibt, weiß man, dass es wieder geschehen ist – Amor hat zugeschlagen und das direkt neben dem eigenen Schreibtisch. Oft wird gesagt, dass einem das selbst wahrscheinlich nie passieren wird, schließlich sind die ganzen Frauen respektive Männer im Büro doch eigentlich langweilig – bis auf die Chefin oder der Chef vielleicht – aber der …

Dabei ist es überhaupt nicht unwahrscheinlich, sich am Arbeitsplatz zu verlieben, schließlich verbringen Menschen dort die meiste Zeit des Tages, treffen die unterschiedlichsten Menschen und arbeiten zusammen. Auch in Zeiten, in denen viele öfter im HomeOffice sind, lernen viele Paare ihren Partner trotzdem noch am Arbeitsplatz kennen.

Oft halten diese Beziehungen besonders lange, schließlich überlegen es sich die meisten ca. zwölf Mal, bis sie sich für eine Beziehung zu einem Arbeitskollegen entscheiden. Oft sind ja auch die Macken des anderen schon bekannt. Aber was ist zu tun, wenn es einen plötzlich auf der Firmenparty erwischt oder jemand in Meetings plötzlich die Augen nicht mehr vom Kollegen lassen kann? Hier sind zehn Tipps für dich, damit die Liebe am Arbeitsplatz nicht in einem Desaster endet:

1. Vorsichtig herantasten

Solange noch nicht klar ist, ob der andere einen auch so toll findet, ist es ratsam, mit Feingefühl zu agieren. Verliebte sollten die Offenbarung ihrer Gefühle so gestalten, dass erstens nicht alle anderen auch direkt Bescheid wissen und zweitens keine Situation entsteht, die bei einem Korb richtig unangenehm sein könnte. Also nicht direkt von der großen Liebe sprechen, sondern erst einmal einen Kaffee trinken gehen.

2. Diskretion wahren

Aller Anfang ist schwer und auch wenn die Schmetterlinge im Bauch sich nur so tummeln, sollte keiner sofort alles an die große Glocke hängen. Ist die Beziehung dann doch nicht von großer Dauer, können die Involvierten ohne größere Probleme und Erklärungen wieder zum Büroalltag übergehen. Wenn es keine Eingeweihten gibt, ist es viel leichter, sich professionell dem anderen gegenüber zu verhalten, auch wenn es wieder aus ist.

3. Eine Frage der Distanz

Viele Firmen wollen nicht, dass Paare zusammen arbeiten. Aus Rücksicht auf Kollegen und auch auf die eigene Beziehung ist die Versetzung in eine andere Abteilung angebracht. Leicht ergibt sich ein negatives Arbeitsklima, weil einem unterstellt wird, vom Partner bevorzugt behandelt zu werden. Hier sollten alle Beteiligten die Unternehmensrichtlinien genau prüfen, bevor eine Entscheidung zur Bekanntmachung gefällt wird.

4. Offenheit zum richtigen Zeitpunkt zeigen

Klar, ist die Beziehung noch frisch, machen heimliche Dates im Kopierraum Spaß und heizen die Gefühle weiter an. Auf Dauer kann die Geheimniskrämerei allerdings zur Belastung für die Beziehung werden. Ist für beide klar, dass es sich um etwas Ernsthaftes handelt, können ruhig Kollegen und der Chef davon wissen.

5. Professionalität

Egal, ob es kürzlich Streit gab oder Dinge ungeklärt sind: Der Arbeitsplatz sollte zur Tabuzone für private Themen erklärt werden. Wenn die Zusammenarbeit funktionieren soll, ist es wichtig, Arbeit und Privates strikt voneinander zu trennen. Das heißt normal miteinander reden, keine Bevorzugung und keine geheimen Absprachen, die es normalerweise nicht geben würde.

6. Sich bewusst Zeit für das Team nehmen

Die Liebenden sollten sich auf der Arbeit bewusst Zeit für die anderen Kollegen nehmen. Es ist zu vermeiden, sich vom Team abzusondern und nur noch zu zweit Zeit zu verbringen. Die Interaktion mit allen Kollegen ist wichtig, damit der Teamgeist und eine gute Zusammenarbeit erhalten bleiben.

7. Vorsicht bei Machtverhältnissen

In amerikanischen Firmen ist es häufig sogar verboten: eine Beziehung zwischen Vorgesetzten und Untergebenen. In Deutschland gibt es solche strengen Verbote zwar eher nicht, allerdings existieren in den meisten Firmen Regelungen dazu. Dann ist es noch wichtiger, nicht direkt zusammenzuarbeiten. Es kann sich als sehr schwierig erweisen, harte Kritik und Unterweisungen, die einem nicht gefallen, vom eigenen Partner zu erhalten. Um die Beziehung nicht zu gefährden, sollte in eine andere Abteilung gewechselt werden. Wenn das nicht möglich ist, muss einer der beiden die Kündigung erwägen.

8. Klare Verhältnisse schaffen

Durch die Beziehung dürfen keine Probleme mit den anderen Kollegen entstehen, daher muss es Absprachen auf beiden Seiten geben. Der Partner muss verstehen, dass der andere nicht grundsätzlich der gleichen Meinung ist wie er; bei aufkommenden Gerüchten oder komischen Bemerkungen der Kollegen sollte direkt reagiert werden. Wer offen und ehrlich ist, kann die Kollegen sicher davon überzeugen, dass sich eigentlich nichts geändert hat.

9. Privatsachen unter Kollegen

Die eigene Beziehung ist Privatsache, Probleme sollten nicht mit anderen Kollegen besprochen werden, damit du nicht plötzlich zwischen den Stühlen stehst. Genauso sind Geheimnisse, die einem vom Kollegen anvertraut wurden, nicht gleichzeitig auch für den Partner bestimmt.

10. Mit Trennungsschmerz richtig umgehen

Trennung hin oder her, am Arbeitsplatz gilt es, professionell zu bleiben. Wer das nicht schafft, der muss sich wohl oder übel nach einem neuen Job umschauen.

Natürlich ist eine Trennung bei bestehender Zusammenarbeit schwieriger, aber wenn es nicht mehr geht, sollten die Betroffenen ehrlich miteinander sein. Das Gleiche gilt, wenn das Arbeiten in derselben Firma nicht mehr funktioniert. Dann ist ein neuer Job die Lösung.


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